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Wer nicht beteiligt wird, zieht sich leise zurück

7. Okt.
2 Min. Lesezeit
Beitragsbild „Kein Protest. Stiller Rückzug." mit Regler zwischen nicht genutzter Beteiligung und Information_Mitarbeiterbeteiligung Change Management

Die Entscheidung für ein neues System war fachlich nachvollziehbar. Die Projektleitung hatte sich intensiv mit Alternativen beschäftigt, Vor- und Nachteile abgewogen und sich für die aus ihrer Sicht beste Lösung entschieden. Nur eine Gruppe wurde dabei nicht gefragt: die Menschen, die täglich damit arbeiten sollen.


Die Entscheidung selbst mag richtig gewesen sein. Trotzdem beginnt das Projekt bereits mit einem Problem, das mit der Qualität der Entscheidung nichts zu tun hat.


Mitentscheiden ist etwas anderes als informiert werden


Ein Team über eine bereits getroffene Entscheidung zu informieren, wirkt auf den ersten Blick wie ein legitimer Ersatz für Beteiligung. Ist doch am Ende ohnehin dieselbe Information angekommen. In der Wirkung ist es das aber nicht.


Informiert zu werden bedeutet, eine Entscheidung zur Kenntnis zu nehmen. Beteiligt zu werden bedeutet, etwas zu dieser Entscheidung beigetragen zu haben, und sei es nur eine Einschätzung, die am Ende nicht überwiegt. Der Unterschied liegt nicht im Ergebnis, sondern darin, ob sich jemand als Teil des Prozesses erlebt oder als jemand, dem etwas mitgeteilt wird.


Widerstand ist selten laut


Wer sich übergangen fühlt, widerspricht selten offen. Ein offener Widerspruch würde bedeuten, sich angreifbar zu machen, ohne echte Aussicht, die längst gefallene Entscheidung noch zu ändern. Stattdessen entsteht eine leisere Form von Widerstand.


Das neue System wird formal korrekt bedient, aber ohne das zusätzliche Wissen und Engagement, das entsteht, wenn Menschen sich mit einer Lösung identifizieren. Kleine Abkürzungen, die den Alltag mit dem alten System erleichtert haben, werden nicht mehr geteilt. Fragen von Kolleg*innen zum neuen System werden knapper beantwortet, als es nötig wäre. Nichts davon lässt sich als aktiver Widerstand belegen. In der Summe bremst es ein Projekt trotzdem spürbar.


Beteiligung nachträglich einzuholen ist teurer


Sobald sich dieses Gefühl von Übergangenheit einmal festgesetzt hat, reicht es nicht mehr, es im Nachhinein zu korrigieren. Eine nachträgliche Umfrage oder ein Feedback-Termin nach der Entscheidung wird oft selbst als weiteres Alibi wahrgenommen, nicht als echte Beteiligung.


Deutlich wirksamer ist es, Beteiligung so früh einzuplanen, dass sie tatsächlich noch etwas verändern kann, und sei es nur die Reihenfolge der Einführung oder einzelne Details der Umsetzung. Entscheidend ist dabei weniger, wie viel Einfluss am Ende tatsächlich genutzt wird, sondern dass die Möglichkeit dazu ernsthaft bestanden hat.


Fazit


Eine fachlich richtige Entscheidung schützt nicht davor, dass sie schlecht ankommt, wenn die Menschen, die damit arbeiten sollen, dabei keine Stimme hatten. Die Reaktion darauf ist selten offener Protest, sondern ein stiller Rückzug von Engagement, der in keinem Statusbericht auftaucht, aber jedes Projekt spürbar bremst.


Wie früh werden bei Ihnen die Menschen eingebunden, die eine neue Lösung später nutzen sollen? In einem unverbindlichen Austausch schauen wir gemeinsam darauf, wo sich in Ihren Projekten noch mehr Beteiligung schaffen ließe.


Kontaktieren Sie uns unter: office@gruener-it.at

 
 
 

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