Akzeptanz ist nicht dasselbe wie Nutzung

Die Nutzungszahlen sehen gut aus. Fast das gesamte Team loggt sich täglich in das neue System ein, die vorgeschriebenen Schritte werden dokumentiert, die Pflichtfelder sind ausgefüllt. Auf dem Papier ist die Einführung ein Erfolg.
Fragt man dieselben Menschen im persönlichen Gespräch, klingt es anders. Für die wichtigen Entscheidungen verlassen sie sich weiterhin auf die Kollegin, die es „eigentlich am besten weiß“, nicht auf das, was im System steht. Genutzt wird das System. Vertraut wird ihm nicht.
Nutzung lässt sich erzwingen, Vertrauen nicht
Ein System zu nutzen, lässt sich relativ einfach durchsetzen: durch eine Vorgabe, durch ein Pflichtfeld, durch die schlichte Tatsache, dass der alte Weg nicht mehr zur Verfügung steht. Menschen finden sich damit ab und tun, was verlangt wird.
Ob sie dem System dabei vertrauen, lässt sich auf diese Weise nicht erzwingen. Vertrauen entsteht dadurch, dass ein System wiederholt zuverlässige, nachvollziehbare Ergebnisse liefert und dass Menschen die Erfahrung machen, sich darauf verlassen zu können, nicht dadurch, dass sie zur Nutzung verpflichtet wurden.
Woran sich belastbare Akzeptanz erkennen lässt
Belastbare Akzeptanz zeigt sich weniger an der Pflichtnutzung als an dem, was darüber hinausgeht. Nutzt jemand freiwillig auch die Funktionen, die nicht vorgeschrieben sind, weil sie tatsächlich als hilfreich empfunden werden? Wird das System weiterempfohlen, wenn ein Kollege danach fragt? Verschwinden die informellen Umgehungslösungen, die parallel zum offiziellen Weg entstanden waren, von selbst, weil sie schlicht nicht mehr gebraucht werden?
All das lässt sich schwerer messen als eine Login-Zahl, ist aber der eigentliche Indikator dafür, ob eine Einführung tatsächlich gelungen ist.
Warum das für die Erfolgsmessung entscheidend ist
Wird der Erfolg einer Einführung ausschließlich an Nutzungszahlen gemessen, bleibt genau der Unterschied unsichtbar, der am Ende zählt. Ein Projekt kann nach dieser Kennzahl vollständig erfolgreich aussehen und trotzdem in der Substanz nicht angekommen sein, weil die eigentliche Arbeit weiterhin an dem System vorbei organisiert wird, das offiziell dafür zuständig ist.
Das zeigt sich meist erst, wenn die Vorgabe zur Nutzung irgendwann nachlässt oder eine neue Belastungssituation im Projekt entsteht. Dann fällt ein Team oft auf das zurück, dem es tatsächlich vertraut, unabhängig davon, was die Statistik der vergangenen Monate ausgesagt hat.
Fazit
Nutzungszahlen sind sichtbar, leicht zu erheben und verführerisch eindeutig. Sie beantworten aber nicht die Frage, die für den langfristigen Erfolg einer Einführung wirklich zählt: ob ein Team dem neuen System vertraut, oder es lediglich benutzt, weil es keine Alternative mehr gibt.
Wer nur die Nutzung misst, sieht ein Projekt möglicherweise für lange Zeit als Erfolg an, bis sich unter der Oberfläche zeigt, dass nie wirklich Vertrauen entstanden ist.
Verlassen sich Menschen in Ihrem Team trotz hoher Nutzungszahlen im Zweifel noch auf alte Wege? In einem unverbindlichen Austausch schauen wir gemeinsam darauf, was belastbare Akzeptanz in Ihrem Projekt von reiner Pflichtnutzung unterscheidet.
Kontaktieren Sie uns unter: office@gruener-it.at




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